Aktuell

Besichtigung des WDR Köln

Kulturgruppe

Vorab: Der Westdeutsche Rundfunk Köln ist die größte Sendeanstalt der ARD und – gemessen an der Anzahl der Beschäftigten – nach der BBC sogar der zweitgrößte Sender Europas. Er entstand 1956 aus dem von der »Britischen Besatzungszone« in Hamburg eingerichteten Nordwestdeutscher Rundfunk (NWDR).

Die Besuchergruppe des SeniorenNetzwerkes Altstadt Nord wurde herzlich im Besucherzentrum »An der Rechtschule« empfangen. Der sonst übliche Film zur Einführung entfiel, weil er – wie man uns sagte – gerade neu konzipiert wird. So marschierten wir gleich los, vorbei an zwei riesigen Lastenaufzügen, mit denen „Kulisse“ in die vier Stockwerke darunter transportiert wird.

Es ging vorbei an der Bildergalerie ehemaliger Intendanten Richtung Haupteingang Wallrafplatz zum »Klaus-von-Bismarck-Saal«, dem früheren »Großen Sendesaal“ des WDR. Er ist mit einer »Kleist-Orgel« und akustisch perfekter Verkleidung ausgestattet. Wenn auch das »WDR-Sinfonieorchester« nunmehr in der Kölner Philharmonie beheimatet ist, kann man im Herzstück des Hauses den »WDR-Rundfunkchor«, das »WDR-Funkhausorchester« und die »WDR Big Band« hören.

Von Georg Meistermann (1911-1990) stammt das Treppenhausfenster, welches sich über mehrere Stockwerke im Haupttreppenhaus des Funkhauses erstreckt. Das sechs Meter breite und mehr als 13 Meter hohe abstrakte Buntglasfenster erschließt sich in seiner Gesamtheit erst beim Begehen des gesamten Treppenhauses (Was für manche Seniorin oder manchen Senior nicht zu schaffen war).

Immer mehr drangen wir nun in »die Tiefen« des Funkhauses ein: das Hörspielstudio! Wer in ein solches Studio tritt, bemerkt zuerst einmal die absolute Stille, die sich wie ein feiner Druck auf das Ohr legt. Die Hörspiele leben u. a. von Dialogen und Geräuschen, fehlt doch das visuelle Zuschauen. So finden sich hier viele Hilfsmittel, welche der Erzeugung fantasieanregender Töne dienlich sind. »Ich führe es einfach einmal vor“, sagte der WDR-Mann und stieg »lautstark« eine Treppe an der Wand hinauf. Sie war zur Hälfte aus Holz, zur Hälfte aus Stein. Am Ende führte sie in einer Wendeltreppe aus Metall wieder hinunter. Später schritt er über eine Matte, unter der Steinschotter lag: Es hörte sich an, als ginge er im Schnee …

Ein Highlight war sicher der Besuch im Studio der »Sportschau«! Einsam stand da der abgerundete Moderatorentisch unter den braunen »Fenstern«, in denen samstags die Zuschaueremotionen aus den Fußballstadien brausen! Auf der anderen Seite die Tische und Stühle für „Hart aber fair“. Dazwischen die Bildschirmarbeitsplätze der Regie und der Redakteure mit der unvermeidlichen Verkabelung.

Hinzuweisen bleibt, dass der WDR seine »großen« Studios in Köln Bocklemünd (»Hollymünd“) besitzt und es hier am Wallrafplatz um den geschichtsträchtigen Stammsitz handelt.
Wir bedanken uns bei unserer Führung des WDR, haben wieder einmal viel gelernt (Schauen die Sportschau am Samstag mit anderen Augen an!) und freuen uns auf die nächste Aktion der Kulturgruppe im SeniorenNetzwerk Altstadt Nord!

Text und Bilder: ©Gerd Buckan, SeniorenNetzwerk Altsdt Nord